Bestandsaufnahme

Gurlitt

Unter dem Titel Bestandsaufnahme Gurlitt zeigen die Bundeskunsthalle und das Kunstmuseum Bern zeitgleich eine Auswahl von Werken aus dem Nachlass Cornelius Gurlitts und stellen sie erstmals einer breiten Öffentlichkeit vor. Die beiden Ausstellungen haben unterschiedliche thematische Schwerpunkte: Während sich die Berner Schau auf die Aktion „Entartete Kunst“ konzentriert, beleuchtet die Bonner Ausstellung die verbrecherischen Praktiken der NS-Kulturpolitik und die problematische Rolle des Kunsthandels in dieser Zeit.

Der „Kunstfund Gurlitt“ wurde von Cornelius Gurlitts Vater Hildebrand zusammengetragen, der – obwohl ein leidenschaftlicher Vertreter der Moderne – zu einem der wichtigsten Kunsthändler im nationalsozialistischen Deutschland aufstieg.

Parallel zu Gurlitts Lebensweg werden exemplarisch Biografien von Zeitgenossen vorgestellt. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Schicksalen der verfolgten, meist jüdischen Künstler, Kunstsammler und Kunsthändler, die Opfer des NS-Regimes wurden.

Bei den meisten der rund 214 hier gezeigten Werke ist trotz akribischer Recherche immer noch offen, wie sie in Hildebrand Gurlitts Besitz gelangten. Die ausführlichen Provenienzangaben bei den einzelnen Arbeiten fassen den aktuellen Stand der Forschung zusammen.

Damit einher geht die politische und moralische Verpflichtung eines transparenten Umgangs mit der Geschichte des NS- verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts. Hier kann es keine Verjährung geben.

Der Kunstfund

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